Das Gehalt von Apothekenangestellten ist immer wieder ein Thema. Sei es wegen anstehender Tarifverhandlungen oder weil der Lohn im Bekanntenkreis im Gespräch ist. So bei einer PTA einer Land-Apotheke. Eine Freundin wechselte zur Krankenkasse und verdiene dort als Kundenberaterin 250 Euro mehr. Das weckt Wechselgedanken.
PTA Madeleine Schindl* ist seit zehn Jahren in Apotheken tätig. „Die Arbeit macht mir sehr Spaß“, sagt sie. Gerade die Vielfalt und abwechslungsreichen Tätigkeiten seien erfüllend. In dem Betrieb arbeiten weniger als ein Dutzend Angestellte und die PTA kümmern sich auch um Backoffice-Aufgaben.
Was jedoch fehle, sei die Anerkennung und Wertschätzung bezüglich des Gehalts. Gerade erfuhr sie von einer Freundin, dass diese aus einem Labor zu einer Krankenkasse gewechselt habe. Dort liege der Tariflohn deutlich höher. „Ich bin schockiert, wie groß unsere Gehaltsdifferenz ist.“ Als Kundenberaterin im öffentlichen Dienst erhalte sie 250 Euro mehr pro Monat. Das müsse auch bei der Adexa ankommen, betont sie.
Mit ihrem Chef in der Apotheke gebe es keine Gehaltsgespräche, da nach Tarif bezahlt werde. „Da gibt es keinen Spielraum“, sagt die PTA. Natürlich weiß sie um die finanziell angespannte Lage für Inhaberinnen und Inhaber. „Wir schätzen uns alle hier sehr und ich weiß, er bemüht sich. Ich kann das nachvollziehen, das ist ein großes Problem. Wichtig ist aber, dass man darüber spricht.“
Es ist doch die Frage, ob ich es mir leisten kann, in der Apotheke zu arbeiten.
Auf der anderen Seite sei es schade, dass man als PTA so wenig verdiene. „Und das mit unserer Qualifikation, dass das alles so wenig wert ist.“ Die Wertschätzung sei auch aus monetärer Sicht wichtig, betont sie. „Ich habe schon überlegt, wegen des Gehalts zu wechseln, bin das aber noch nicht aktiv angegangen.“ Denn perspektivisch und mit Familie könne es knapp werden. „Es ist doch die Frage, ob ich es mir leisten kann, in der Apotheke zu arbeiten.“
Die Gehaltsdebatte nahm unlängst wieder Fahrt auf, weil es bei den Tarifverhandlungen zwischen der Tarifgemeinschaft der Apothekenleiter Nordrhein (TGL) und der Adexa keine Einigung gab. Der Gehaltstarifvertrag ist Ende Juni ausgelaufen. Die Arbeitgeber empfahlen ab Oktober eine monatliche Erhöhung um 120 Euro für Approbierte und PTA sowie 200 Euro für PKA. Die Adexa lehnte dieses Angebot ab.